impulse Programm 2017  

25 Jahre kulturelle Vielfalt für das Emsland
   

Spuk Programm  

Spuk Programm
   

Geschichte des „Kulturzentrums Alte Molkerei Freren“

Das Molkereigebäude

1904 kommt der Unternehmer Heinrich Brüne aus dem Sauerland nach Spelle/Emsland in eine Gegend, die damals noch von Moor, Wiesen und endloser Weite geprägt ist. Er findet eine flo-rierende Marktnische, indem er einen Frischmilch-Versand per Bahnschiene vom Emsland ins Ruhrgebiet aufbaut. Seine erste Molkerei baut er in Spelle. 

1914 erwirbt er eine zweite Molkerei in Freren. Angeschlossen sind eine Ölmühle, eine Ge-treidemühle, ein Sägewerk und eine Holzschuh- und Stielfabrik. Nachdem im Jahr 1949 die Söhne Hermann und Rudolf die Geschäftsführung der Molkerei übernommen haben, wird die Produktion um eine Käserei, eine Butterei und eine Sterilmilch- und Kakaoproduktion erweitert. Mit dem Logo-Aufdruck des „Ems Mädel“ auf den Flaschen werden viele Schulen in Nieder-sachsen mit haltbaren Milch- und Kakaogetränken beliefert.

1969 erfolgen Strukturmaßnahmen. Die Molkerei Brüne wird mit zehn weiteren Privat-molkereien aus der hiesigen Region zur „Molkerei-Union Maiburg GmbH“ zusammen-geschlossen. So kann die Betriebsstätte Freren bis 1989 weitergeführt werden. Dann erfolgt die Stillegung auch dieser privaten Molkerei. Die Gebäude in der Bahnhofstraße stehen leer. Eine Industriebrache mit massiver Bausubstanz ist entstanden. Die große Butterhalle, kleine und große Milchkontore, mehrere Speicher, Laborräume, Kühlkeller und eine alte Mühle werden nicht mehr genutzt. 

So übernehmen 1991 die Schwestern Mariele Fasselt, Annette Balzer und Ruth Brüne den Ge-bäudekomplex. Mariele Fasselt unterrichtet an der Musikschule des Emslandes das Fach „Mu-sikalische Früherziehung“. Ruth Brüne ist Gymnasiallehrerin mit dem Hauptfach Musik. So liegt der Gedanke nicht fern, die leerstehenden Gebäude für die Förderung von Musik und Kunst auf dem Lande zu nutzen. Die Idee, aus der alten Milchfabrik ein Kulturzentrum herzu-richten, ist geboren. 

 

Der Kulturkreis impulse Samtgemeinde Freren e.V. 

1992 wird der „Kulturkreis impulse Samtgemeinde Freren e.V.“ gegründet. Seine satzungs-gemäße Absicht ist es, „musische Neigungen“ zu fördern und das südliche Emsland kulturell mitzugestalten. Er will neue, innovative Projekte starten und internationale kulturelle Aktivi-täten bündeln und verwirklichen. Die offiziellen Gründung erfolgt am 24. März 1992 im Saal Bruns in Thuine. Schon an diesem Abend treten 90 Interessierte der neuen Kulturinitiative bei.

Im Gründungsjahr nimmt die impulse-Vorsitzende Mariele Fasselt (geb. Brüne) Kontakt zur „Landesarbeitsgemeinschaft für Soziokultur in Niedersachsen e.V.“ (LAGS) und zur Landes-regierung in Hannover auf. Die damalige Ministerin für Wissenschaft und Kultur Helga Schuchart signalisiert großes Interesse an einem soziokulturellen Zentrum im Emsland („... ein weißer Fleck auf der Landkarte ...“). Die Schwestern Brüne bieten Gebäude und Gelände der Alten Molkerei für einen Zeitraum von 20 Jahren mietfrei an zur Nutzung im Sinne von Kunst und Kultur. Dipl. Kaufmann Reinhart Richter aus Osnabrück erstellt ein Gutachten für das Kulturzentrum, das vom Samtgemeinderat Freren, dem Landkreis Emsland und der LAGS finanziert wird. In einem umjubelten Probelauf werden in dem Gebäudeprovisorium die kulturellen impulse-Ideen 1993 einen Sommer lang vorgestellt. 

 

Von der Milchfabrik zur Kulturfabrik

Für den Aus- und Umbau der Molkerei zu einem soziokulturellen Zentrum kündigt das Land eine Investitionsbeteiligung an, auch der Landkreis reagiert positiv, so dass mehr als 80 Prozent der anvisierten Investition von 4,2 Millionen DM von außen kämen. Doch die Samtgemeinde Freren lehnt ihren Part am Ausbau der Molkerei ab.

So nutzt der Kulturkeis die folgende Zeit, um mit seinen Ideen über Land zu ziehen. Auf-führungsorte sind das Alte Pfarrhaus in Schapen, der Wöhlehof in Spelle, das Schloss Clemens-werth in Sögel, die Kirchen in Freren, Messingen und Thuine, der Dorfplatz in Thuine, die Halle 1 der Deula Freren, der Berentzenhof in Haselünne u.a.

Das wird aber nicht als eine dauerhafte Lösung angesehen. 1996 wird ein neuer Vorstand gewählt, wieder mit Mariele Fasselt an der Spitze. So wie die Konzeption und die Fülle des im-pulse-Programmes es verlangen, wird das alte Industriegebäude besetzt. Neue Landesmittel werden beantragt und bewilligt, wenn auch nur zu einem Bruchteil der 1993 in Aussicht ge-stellten Summe. Damit kann das Gebäude in Teilbereichen so hergerichtet werden, dass Kultur-veranstaltungen möglich sind.

Eröffnet wird auf einer Baustelle. Endlich hat der Kulturkreis impulse eigene Räume. Ein Tanz-studio für Jazzdance, Ballett, Aerobic für Kinder, Jugendliche und Erwachsene entsteht, das an eine professionelle Tanzschule vermietet wird. Die Butterhalle mit “Milch & Bar“ steht für die Veranstaltungen des Kulturkreis impulse sowie große und kleine Feste zur Verfügung. Wichtig sind impulse-Büro, das inzwischen mit neuester Technik ausgestattet ist, und das „Geburtstagszimmer“, das als Treffpunkt und Ideenschmiede der aktiven Mitglieder fungiert. Der Kulturkreis impulse e.V. stellt über das Arbeitsamt drei Beschäftigte (Aussiedler) ein. 

In einem zweiten Bauabschnitt entsteht 1998 im Dachgeschoss die „Jüdische Geschichtswerk-statt Samuel Manne“. Der Sonderschullehrer Lothar Kuhrts kann wichtige Dokumente seiner langjährigen Recherche über die Geschichte der jüdischen Familien der Samtgemeinde Freren einer interessierten Öffentlichkeit präsentieren. Schulklassen können Projektarbeit leisten. Weiter wird ein Mehrzweckraum für Fortbildungen und Workshops hergerichtet. 

Im ehemaligen Milchkontor verwirklicht der Schulpastor Michael Sänger seinen Lebenstraum, das Marionettentheater in der Alten Molkerei. Er bringt mehreren Mitgliedern des Kultur-kreises impulse das Marionettenspiel bei und präsentiert seine „Bühne en miniature“ jeden Freitag einem interessierten Publikum. Damit wird dieses zur Attraktion des Zentrums. 

Um die politische Akzeptanz der Alten Molkerei in der Samtgemeinde Freren zu erleichtern, beschließen die Schwestern Brüne, den Besitz Alten Molkerei Freren an eine ehrenamtlich arbeitende Stiftung zu übertragen. Das geschieht Ende 1998. Motor und Betreiber der Kultur-arbeit bleibt aber weiter der ehrenamtlich arbeitende Kulturkreis impulse e.V. 

Nach dem Tod von Mariele Fasselt am 21. November 2000 führt die bisherige stellvertretende Vorsitzende Leonie Holzapfel den Verein. 2005 scheidet sie krankheitsbedingt aus. Seitdem hat die jetzige Vorsitzende Maria Kuiter die Führung des Vereins in der Hand. Ihr obliegt die wesentliche Initiative, das Gebäude weiterzuentwickeln und die impulse-Kultur zu gestalten.

 

impulse seit 2005

Bautätigkeit

2008: Der „Backstage“-Bereich wird ausgebaut (Volumen: 17.000 Euro). Er wird fortan genutzt durch die Dauerausstellung „Lebenswege“.

2009: Das Dach der Molkerei wird saniert (Volumen: 80.000 Euro).

2010: Die Fassade wird erneuert und die „Ems-Mädel“-Halle wird ausgebaut (Volumen: 165.000 Euro)

2011-2013: Der Ausbau des Treppenhauses wird in Angriff genommen, damit auch die SpuK als Dauernutzer ihre Räume oberhalb der Ems-Mädel-Halle beziehen kann. Damit verbunden sind die Installierung eines Fahrstuhles und der Einbau einer Toilettenanlage. Der bisher genutzte Eingangsbereich bedarf einer verschönernden Erneuerung. Ausbau der Räume in der Alten Mühle für die Dauerausstellung "Lebenswege" und wietere Räume für die SpuK.

 

Dauermieter/Dauernutzer

Drummerband Cobra Freren/Emsland

Tanzschule Ludmilla Grinke „Tanzen und mehr“

Private Musikschule „Violinenspielkreis“, Nelly Heilmann

Internationaler Frerener Freundschaftschor Leitung Nelly Heilmann

Spiel und Kunstschule "SpuK" Leitung Sabine Grambach

 

Ständige Einrichtungen:

Jüdische Geschichtswerkstatt Samuel Manne

Dauerausstellung Lebenswege


Der Verein und seine Mitarbeiter: „Das Team“

Inzwischen hat der Kulturkreis impulse etwa 250 Mitglieder und organisiert jährlich mehr als 50 Veranstaltungen. Die Hauptarbeit dabei leistet neben der Vorsitzenden und dem Vorstand das impulse-Team, eine Gruppe von etwa 20 engagierten Vereinsmitgliedern, die sämtlich ehrenamtlich arbeiten. Die Projekte werden in Halbjahresprogrammen (culturcards) an-geboten. Hauptamtlich bzw. im Minijob arbeiten drei Halbtagskräfte und zwei sog. 1-Euro-Kräfte.

 

 

   
© Kulturkreis impulse Samtgemeinde Freren e.V.